Wir laden herzlich am Samstag, den 4. November 2023 zum Tag der Offenen Tür in die Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße (Schillstraße 25, 38102 Braunschweig) ein. Dieser Tag bietet Gelegenheit, mehr über die Geschichte dieses historischen Ortes zu erfahren und gemeinsam über die Gegenwart und Zukunft der Erinnerung in unserer Stadt nachzudenken. Der Tag der Offenen Tür bildet gleichzeitig den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe zur Weiterentwicklung des Offenen Archivs, die von der Braunschweigischen Stiftung gefördert wurde. Außerdem möchten wir die Veranstaltung dafür nutzen, um gemeinsam eine Filmpremiere zu feiern:

Programm:

  • 14:00 Uhr: Führung: Vorstellung des Erinnerungsortes
  • 15:00 Uhr: Filmvorführung – „Zeitzeuge Natan Grossmann berichtet“. Natan Grossmann berichtet über seine Erinnerungen als Zwangsarbeiter für die Firma Büssing im KZ-Außenlager Vechelde 1944/45. Die Videoaufnahmen entstanden im Rahmen seines Besuches im Herbst 2022 in Braunschweig sowie zuvor bei einem Interview an seinem Wohnort München.
  • 16:00 Uhr: Führung: Vorstellung des Erinnerungsortes
  • 17:00 Uhr: Präsentation des Leitfadens für die zukünftige Gestaltung des Offenen Archivs und der Gedenktafeln. Der Leitfaden wurde in mehreren Workshops gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur*innen in diesem Jahr erarbeitet.

Für Verpflegung ist den ganzen Nachmittag gesorgt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Samstag, 4.11.23, 14 Uhr, Treffpunkt: Foyer des Dokumentationszentrums der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, Am Herzogtore 13, 38300 Wolfenbüttel
Führung: Gustav Partington

Führung durch die Dauerausstellung „Recht. Verbrechen. Folgen. Das Strafgefängnis Wolfenbüttel im Nationalsozialismus“

In dieser Führung werden Ihnen die Konzeption des Neubaus und der neuen Dauerausstellung mit Hilfe von Biografien, ausgewählten Objekten und Medieninstallationen vorgestellt. Wie veränderte sich der Strafvollzug im Nationalsozialismus? Welche Kontinuitäten und Brüche gab es in der Nachkriegszeit und der frühen Bundesrepublik? Was bedeuten Justizverurteilung und Haft bis heute für das Leben der Familienangehörigen von während des Nationalsozialismus in Wolfenbüttel Inhaftierten und Hingerichteten?

Foto: Wolfgang Form, Gedenkstätte Wolfenbüttel


„Karl Steinacker, die Hornburger Synagoge und die Juden“

Am Donnerstag, den 19. Oktober 2023 sind Interessierte um 19.00 Uhr zu einem Vortrag von Susanne Weihmann in die Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße (Schillstraße 25, 38102 Braunschweig) eingeladen. Die Referentin berichtet über das Leben von Karl Steinacker, erster hauptamtlicher Direktor des „Vaterländischen Museums“ (Vorläufer des heutigen Landesmuseums Braunschweig), und sein Verhältnis zum Nationalsozialismus. Ihm war es gelungen, die Hornburger Synagoge vor dem Verfall zu bewahren. Unterstützt von der Jüdischen Gemeinde erwarb Steinacker im Jahr 1925 die ihn als „Geschichtsdenkmal“ beeindruckende Barocksynagoge für das „Vaterländische Museum“. Unter nationalsozialistischer Regierung verfolgte man die Förderer seines Projektes und zerstörte ihre aktive Synagoge in Braunschweig. In Steinackers in den Jahren 1937 bis 1944 verfasster privater Lebensrückschau blieb dieses alles unerwähnt, vielmehr zeigte sich der 1872 geborene Verfasser darin noch immer dem zeittypischen Alltagsantisemitismus seiner Jugendjahre verhaftet. Gegen Ende seines Lebens fühlte er sich dem „hochgeehrten nationalsozialistischen Ministerpräsidenten“ Dietrich Klagges, der ihm anlässlich seines 70. Geburtstags die Goethe-Medaille verliehen hatte, unter dem angeblich gemeinsamen Motto „Einer für Alle“ in der Sorge um das große Ganze ferner tief verbunden.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.


Auf dem Friedenspfad

Sonntag, 15.10.23, 14.30 Uhr, Treffpunkt: Friedenskapelle, Helmstedt Straße 54a Führung: Regina Blume, Gedenkstätte Friedenskapelle

Die Führung über den Friedenspfad beginnt an der ehemaligen katholischen Friedhofskapelle, heute Gedenkstätte. Sie führt entlang der anonymen Kreuze zum Ausländerfriedhof, der erst 1944 angelegt wurde, dann zur Gedenkanlage für die Bombenkriegsopfer des 14./15. Oktober 1944; anschließend zum Riesebergdenkmal. Auf dem Stadtfriedhof erinnern weitere Plätze an Opfer der Nationalsozialisten, so auch die Stele für die „Euthanasie“-Opfer. Am Abschluss der Führung steht der Jüdische Friedhof, wo die Herren gebeten werden, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Die Friedenskapelle