Samstag, 25.5.24, 15 Uhr, Treffpunkt: Griegstraße / Ecke Neuer Kamp (Bushaltestelle)
Führung: Dr. Markus Mittmann

Architektonisch-städtebauliche Führung durch Braunschweigs Südstadt: Verborgenes entdecken, Formen und Zusammenhänge verstehen. Diese Siedlung, die unter der Oberaufsicht von Albert Speer realisiert und reichsweit propagiert wurde, kann als das bedeutsamste Beispiel für die Siedlungsvorstel- lungen der Nationalsozialisten gelten. Anschaulich lassen sich Haustypen und alle Veränderungen im NS-Siedlungsbau nachweisen, sowie die hier angewendete Städtebaulehre der „Stuttgarter Schule“, die mit ihren heimat- und ortsbezogenen Prinzipien von den Nationalsozialisten als vorbildlich angesehen wurde. Der Rundgang führt durch das als Mittelalterkulisse gestaltete Zentrum mit dem monumentalen damaligen „NSDAP-Gemeinschaftshaus“. Bis ins Detail wird nicht nur hier deutlich, welche wichtige Rolle Architektur und Städtebau bei der Machtfestigung und politischen Propaganda des „Dritten Reichs“ spielten.

Braunschweig-Südstadt, damaliges „NSDAP- Gemeinschaftshaus“ 1938

Sonderausstellung mit Begleitprogramm

Nach Präsentationen in der Gedenkstätte Schillstraße (2022) und in Lehre (2023) wird nun vom 24. Mai bis zum 4. Juli 2024 im AWO Psychiatriezentrum Königslutter (Galerie im Quadrat, Vor dem Kaiserdom 10, 38154 Königslutter) die Sonderausstellung „Königslutter und der Krankenmord. Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Königslutter im Nationalsozialismus“ ein weiteres Mal gezeigt. Sie ist ein Projekt des Arbeitskreis Andere Geschichte e. V. und richtet ein besonderes Augenmerk auf die bislang namenlosen Opfer der „Euthanasie“-Gewaltmaßnahmen.

Die Ausstellung veranschaulicht das Geschehen in der NS-Zeit anhand von Dokumenten und Fotografien und gibt Einblicke in die Biografien von Opfern sowie mitverantwortlichen Akteuren. Die Braunschweiger Hans Tepelmann und Otto Lange werden in Lebensalben vorgestellt. Hans Tepelmann lebte auch in Wendhausen. Die Braunschweiger Verlegerfamilie Vieweg-Tepelmann besaß dort das Schloss mit dem Gut und eine Papierfabrik.

Ein Besuch der Ausstellung ist kostenfrei und ohne Anmeldung zu folgenden Zeiten möglich:

Montag bis Freitag: 9.00 – 16.00 Uhr

Samstag/Sonntag: 13.30 – 16.00 Uhr 

Am Donnerstag, den 23. Mai 2024 sind Interessierte zur Ausstellungseröffnung um 16:00 Uhr eingeladen.

Susanne Weihmann wird als eine der Kurator*innen am 1. Juni, 12. Juni sowie 22. Juni 2024 jeweils um 14.00 Uhr durch die Ausstellung führen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Bei Bedarf können gerne weitere Führungen abgesprochen werden, vorzugsweise per E-Mail unter: andere_geschichte_braunschweig@t-online.de


Die Gedenkstätte Schillstraße zeigt in ihren Räumlichkeiten vom 8. Mai bis zum 6. Juni 2024 die eigene Ausstellung „Fragmente des Faschismus. Unboxing History“. Diese rückt elf Dokumente aus dem Offenen Archiv in den Fokus. Verschiedene Personen aus dem Umfeld der Gedenkstätte/des Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. haben mit Bildern und Schriftstücken aus der Braunschweiger NS-Zeit gearbeitet. In einer filmischen Installation stellen sie Gedanken, Fragen und historische Hintergründe zu den Objekten vor.

Im von der Künstlerin Sigrid Sigurdsson konzipierten Offenen Archiv der Gedenkstätte Schillstraße haben seit 1996 unterschiedliche Personen Dokumente aus der NS-Zeit hinterlegt. In den sieben Archivboxen mit dem Titel „Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger“ liegen Bilder, bürokratische Schriftstücke und persönliche Erinnerungen.

Für das Ausstellungsprojekt wurden verschiedene Personen aus dem Umfeld der Gedenkstätte Schillstraße bzw. des Trägervereins eingeladen, die Fäden der Geschichte, die andere im Offenen Archiv hinterlassen haben, wieder aufzunehmen. Sie alle haben einzelne Dokumente, einzelne Fragmente der Braunschweig NS-Zeit ausgewählt und bearbeitet.

Eine Filminstallation, die während der Ausstellungslaufzeit in den Raum des Offenen Archivs eingebettet ist, zeigt die Ergebnisse dieser Bearbeitungen. In elf Segmenten werden die ausgesuchten Objekte vorgestellt, befragt und kontextualisiert. Zugleich können die ausgewählten Dokumente vor Ort in die Hand genommen und selbst untersucht werden.

Was erzählen die Dokumente? Wer hat sie produziert und an wen richten sie sich? Welche Leerstellen lassen sie offen? Welche Weltbilder und Systematiken sind ihnen eingeschrieben? Und auf welche Weise ziehen sich diese Weltbilder ins Jetzt?

Öffnungszeiten der Ausstellung

Dienstag und Mittwoch 14-17 Uhr

Donnerstag 16-19 Uhr

Samstag 14-17 Uhr (im Ausstellungszeitraum jeden Samstag, außer am 18. Mai)

Einführung durch die Kuratorin Sarah Becker mit anschließender Möglichkeit zum Austausch:

Samstag, 11. Mai, 14 Uhr

Donnerstag, 6. Juni, 18 Uhr