Der Novemberpogrom in Peine

Die Ereignisse des Novemberpogroms in Peine lassen sich sehr genau nachvollziehen. Vor allem die Akten des Nachkriegsprozesses um die Ermordung des 17-jährigen Hans Marburger bieten dazu reichlich Material. In ihnen werden die Tatorte und Täter jener Stunden akribisch dokumentiert. Der Rundgang führt zu den zentralen Stationen des Geschehens: die Polizeiwache als Ort der Planung und Organisation, Wohn- und Geschäftshäuser jüdischer Familien, die zerstört und geplündert wurden, Gaststätten und Geschäfte, aus denen alles beobachtet wurde, die Synagoge als Ort des Mordes und der Brandstiftung. Es wird deutlich, dass die Taten im Zentrum der Kleinstadt Peine und somit vor aller Augen stattfanden. Die Täter waren nicht nur SS-Männer aus Braunschweig, sondern genauso SS-Angehörige aus angesehenen Peiner Familien.

Sonntag, 7.11.21, 14 Uhr, Treffpunkt: Marktplatz Peine
Führung: Dr. Jens Binner, Kreisheimatbund Peine

Die zerstörte Synagoge in Peine, November 1938

Das Programm für die Spaziergänge 2021 finden Sie hier als PDF zum Download.


Der Gedenkort Braunschweig-Buchhorst

Der Gedenkort Braunschweig-Buchhorst wurde 2003 errichtet, um an die dort während des Nationalsozialismus mindestens 25 erschossenen Soldaten und Zivilisten zu erinnern. Während des Rundgangs werden Biografien von Militärjustizverurteilten vorgestellt, wie die des belgischen Offiziers Arnould van de Walle.

Samstag
9.10.21, 14 Uhr

Treffpunkt: Waldweg am Parkplatz Hotel Aquarius, Ebertallee 44g, festes Schuhwerk wird empfohlen. Führung: Martina Staats

Gedenkort Buchhorst

August 1945 – Martha Fuchs zurück in Braunschweig

Am 23. August 1945 kehrte Martha Fuchs nach einem Jahr und einem Tag in ihre Heimatstadt zurück, die sie kaum wiedererkannte. Vom beschädigten Bahnhof aus wanderte sie durch die in Trümmern liegende Stadt langsam der Allerstraße 13 entgegen. Wir wollen einen Teil des Weges gemeinsam gehen und an einigen Stellen, die mit Martha Fuchs zu tun haben, Station machen.

Freitag, 1.10.21, 15 Uhr, Treffunkt: Alter Bahnhof, Brücke am Kalenwall, Führung: Regina Blume

Martha Fuchs im Sommer 1945

Alles für die Kunst?

Lange Zeit galt der Beruf Schauspieler als anrüchig. Besonders Frauen hatten gegen Restriktionen und eine herrschende Doppelmoral anzukämpfen. Schriftstellerinnen ging es wenig besser. Während der Führung stellen wir die Schicksale von Frauen wie Friederike Caroline Neuber, die im 18. Jh. das deutsche Theater revolutionierte oder der Schauspielerin Ingeborg Riehl vor. Und wir verfolgen das Leben von Schriftstellerinnen wie Ina Seidel oder Caroline Auguste Fischer, die ein zum Teil umstrittenes Werk hinterließ.

Samstag, 25.9.21, 15 Uhr, Treffunkt: Brunnen vor dem Staatstheater, Führung: Sabine Ahrens, Lena Kreie

Friederike Caroline Neuber