Frauenleben rund um den Inselwall

Sonntag, 4.9.22, 15 Uhr, Treffunkt: Gaußdenkmal, Am Gaußberg, Führung: Sabine Ahrens, Lena Kreie

Auf diesem Spaziergang geht es zunächst um die Lebenswege ganz unterschiedlicher jüdischer Frauen. Wir lernen Emma Vosen kennen, die ein erfolgreiches Damenkonfektionsgeschäft am Kohlmarkt betrieb, dieses dann aber 1939 verkaufen musste. Sie wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert und kam dort ums Leben. Wir beschäftigen uns mit der Fotografin, Malerin und Bildhauerin Lette Valeska, die 1937 in die USA emigrierte und dort erst im Alter von 54 Jahren mit dem Malen begann. Und wir begegnen Hedwig Aronheim, die mit dem Kaufmann Ernst-Karl Helle verheiratet war und sich 1945 aus Angst vor der drohenden Deportation das Leben nahm. Im weiteren Verlauf unseres Spaziergangs lernen wir ein Projekt der neuen Frauenbewegung aus den 1970er Jahren kennen. Braunschweiger Frauen engagierten sich für Frauenrechte und richteten in diesem Zusammenhang ein Frauenzentrum am Petritorwall ein.

Eine Kooperation zwischen dem Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. und dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e. V. als Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2022.

Lette Valeska: Mourning (Trauer), 1948


„Königslutter und der Krankenmord. Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Königslutter im Nationalsozialismus“

Vom 28. Augustbis zum 6. Oktober 2022 wird in der Gedenkstätte Schillstraße die Ausstellung „Königslutter und der Krankenmord. Die Landes-Heil- und Pflegeanstalt Königslutter im Nationalsozialismus“gezeigt. Sie ist ein Projekt des Arbeitskreis Andere Geschichte e. V. und richtet ein besonderes Augenmerk auf die bislang namenlosen Opfer der „Euthanasie“-Gewaltmaßnahmen.

Die Ausstellung veranschaulicht das Geschehen in der NS-Zeit anhand von Dokumenten und Fotografien und gibt Einblicke in die Biografien von Opfern sowie mitverantwortlichen Akteuren. Die Braunschweiger Hans Tepelmann und Otto Lange werden in Lebensalben vorgestellt.

Am 28. August 2022 wird die Ausstellung um 15:00 Uhr in der Gedenkstätte Schillstraße eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßung durch PD Dr. Nadine Freund, Geschäftsführerin des Arbeitskreises und Leiterin der Gedenkstätte, wird Susanne Weihmann, auf deren Buch aus dem Jahr 2020 die Ausstellung aufbaut, in das Thema der Ausstellung einführen. Sebastian Barnstorf wird zum Thema „Täterschaft“ sprechen. Uwe Otte wird ein Opfer der NS-„Euthanasie“ aus Braunschweig vorstellen. Im Anschluss an die Eröffnung besteht Gelegenheit, die Ausstellung anzuschauen und mit dem Ausstellungsteam ins Gespräch zu kommen.

Jeweils am 3. September und am 1. Oktober 2022 um 14:00 Uhr wird Susanne Weihmann durch die Ausstellung führen.

Am „Tag des Offenen Denkmals“ am 11. September 2022 bietet Frank Ehrhardt, ebenfalls um 14:00 Uhr, eine Führung durch die Ausstellung an. Wir ermöglichen bei Bedarf gern weitere Führungen, z.B. für Gruppenbesuche. Kontaktieren Sie uns diesbezüglich gern! Über weitere offene Führungsangebote informieren wir auf der Internetseite der Gedenkstätte (www.schillstrasse.de) und hier.

Im Rahmen der Finissage am 5. Oktober 2022 um 19:00 Uhr wird Hagen Markwardt, M. A., wissenschaftlicher Mitarbeiter und Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, einen Fachvortrag zum Thema „Vom Krankenmord zum Holocaust? Die Bedeutung der „Euthanasie“ für die nationalsozialistische Vernichtungspolitik“ halten. 

Bei allen Veranstaltungen ist aufgrund des begrenzten Platzangebots im Gedenkstättengebäude eine Anmeldung notwendig (jeweils bis vier Tage vor dem Termin), möglichst per E-Mail: gedenkstaette@schillstrasse.de/ 0531-2702565.

Es wird ferner darum gebeten, im Gebäude eine Maske zu tragen.

Förderer des Vorhabens sind Die Braunschweigische Stiftung und das Volkswagenwerk Braunschweig.


Jung und jüdisch in Braunschweig um 1900 – Historische Lebenswege und heutige VermittlungEine Radtour

Montag, 12.9.22, 18 Uhr, Führung Rebekka Denz, Gerald Hartwig

Bei der Fahrradtour werden jüdische Kinder und Jugendliche vorgestellt, die auf ganz unterschiedliche Weise ihr Leben in Braunschweig um 1900 gestalteten. Die Radtour endet an der Gedenkstätte Schillstraße, hier wird der Blick über die Zeit der NS-Verfolgung bis in die Gegenwart geöffnet. Diskutiert wird dabei die Frage, wie Braunschweiger Jugendlichen heute die jüdische Geschichte mit dem Fokus auf die NS-Zeit vermittelt wird.

Es handelt sich um keine geführte Radtour. Die Teilnehmer*innen erhalten eine Stadtkarte, in der die Informationspunkte eingetragen sind, an denen zu einer festgelegten Zeit etwas über das jeweilige jüdische Kind bzw. den jüdischen Jugendlichen zu erfahren ist. Die Details der Route, Start- und Endpunkt der Radtour erfahren Sie bei Anmeldung.

Anmeldung unter 0178 – 6 72 35 94 oder veranstaltungen@ij-n.de.

Eine Kooperation zwischen dem Israel Jacobson Netzwerk und dem Arbeitskreis Andere Geschichte. Die Radtour ist Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide, 2022.

Gedenkstätte Schillstraße


Ein Martha Fuchs-Rundgang in der Innenstadt

Samstag, 27.8.22, 15 Uhr, Treffunkt: Volksfreundhaus an der Ecke Ackerhof (Schloßstraße / Ecke Ölschlägern)
Führung: Regina Blume

Martha Fuchs hat nicht ganz 50 Jahre in Braunschweig gelebt und hat hier sowohl vor der nationalsozialistischen Zeit als auch nach dem Zweiten Weltkrieg politisch gewirkt. Der Höhepunkt ihres Schaffens war ihre Zeit als Oberbürgermeisterin von Braunschweig.
Der Rundgang wird uns zu Plätzen führen, die etwas mit ihr zu tun haben: u.a. zum Großen Waisenhaus, zum ehemaligen Landtag, zum Rathaus, zur Bezirksregierung, zum Theater und zum „Schloss“.

Oberbürgermeisterin Martha Fuchs 1962