Die Gedenkstätte Schillstraße zeigt in ihren Räumlichkeiten vom 8. Mai bis zum 6. Juni 2024 die eigene Ausstellung „Fragmente des Faschismus. Unboxing History“. Diese rückt elf Dokumente aus dem Offenen Archiv in den Fokus. Verschiedene Personen aus dem Umfeld der Gedenkstätte/des Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. haben mit Bildern und Schriftstücken aus der Braunschweiger NS-Zeit gearbeitet. In einer filmischen Installation stellen sie Gedanken, Fragen und historische Hintergründe zu den Objekten vor.

Im von der Künstlerin Sigrid Sigurdsson konzipierten Offenen Archiv der Gedenkstätte Schillstraße haben seit 1996 unterschiedliche Personen Dokumente aus der NS-Zeit hinterlegt. In den sieben Archivboxen mit dem Titel „Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger“ liegen Bilder, bürokratische Schriftstücke und persönliche Erinnerungen.

Für das Ausstellungsprojekt wurden verschiedene Personen aus dem Umfeld der Gedenkstätte Schillstraße bzw. des Trägervereins eingeladen, die Fäden der Geschichte, die andere im Offenen Archiv hinterlassen haben, wieder aufzunehmen. Sie alle haben einzelne Dokumente, einzelne Fragmente der Braunschweig NS-Zeit ausgewählt und bearbeitet.

Eine Filminstallation, die während der Ausstellungslaufzeit in den Raum des Offenen Archivs eingebettet ist, zeigt die Ergebnisse dieser Bearbeitungen. In elf Segmenten werden die ausgesuchten Objekte vorgestellt, befragt und kontextualisiert. Zugleich können die ausgewählten Dokumente vor Ort in die Hand genommen und selbst untersucht werden.

Was erzählen die Dokumente? Wer hat sie produziert und an wen richten sie sich? Welche Leerstellen lassen sie offen? Welche Weltbilder und Systematiken sind ihnen eingeschrieben? Und auf welche Weise ziehen sich diese Weltbilder ins Jetzt?

Öffnungszeiten der Ausstellung

Dienstag und Mittwoch 14-17 Uhr

Donnerstag 16-19 Uhr

Samstag 14-17 Uhr (im Ausstellungszeitraum jeden Samstag, außer am 18. Mai)

Einführung durch die Kuratorin Sarah Becker mit anschließender Möglichkeit zum Austausch:

Samstag, 11. Mai, 14 Uhr

Donnerstag, 6. Juni, 18 Uhr



Samstag, 4.5.24, 15 Uhr, Treffpunkt: Domplatz, unter der Justitia
Führung: Udo Dittmann, Fritz Bauer Freundeskreis

Fritz Bauer war von 1949–1956 in Braunschweig tätig, erst als Direktor des Landgerichts, dann als Generalstaatsanwalt. Bei dem ca. 1,5 stündigen Rundgang soll an wenigen Stationen (Generalstaatsanwaltschaft, Landgericht, Volksfreundhaus) auf die Tätigkeit von Bauer zur Aufarbeitung von NS-Unrecht hingewiesen werden. In Braunschweig legte Bauer wichtige Grundlagen für seine spätere Arbeit in Frankfurt am Main, die u.a. zum Auschwitz-Prozess und zu verschiedenen „Euthanasie“-Prozessen führten.

Bodo Kampmann: Justitia

Bodo Kampmann: Justitia


Der Spaziergang am 13.4.2024 “ Braunschweig im Bombenkrieg“ kann wegen Krankheit nicht stattfinden. Es gibt z.Zt. keinen Ersatztermin.