Der Gedenkort Braunschweig-Buchhorst

Der Gedenkort Braunschweig-Buchhorst wurde 2003 errichtet, um an die dort während des Nationalsozialismus mindestens 25 erschossenen Soldaten und Zivilisten zu erinnern. Während des Rundgangs werden Biografien von Militärjustizverurteilten vorgestellt, wie die des belgischen Offiziers Arnould van de Walle.

Samstag
9.10.21, 14 Uhr

Treffpunkt: Waldweg am Parkplatz Hotel Aquarius, Ebertallee 44g, festes Schuhwerk wird empfohlen. Führung: Martina Staats

Gedenkort Buchhorst

August 1945 – Martha Fuchs zurück in Braunschweig

Am 23. August 1945 kehrte Martha Fuchs nach einem Jahr und einem Tag in ihre Heimatstadt zurück, die sie kaum wiedererkannte. Vom beschädigten Bahnhof aus wanderte sie durch die in Trümmern liegende Stadt langsam der Allerstraße 13 entgegen. Wir wollen einen Teil des Weges gemeinsam gehen und an einigen Stellen, die mit Martha Fuchs zu tun haben, Station machen.

Freitag, 1.10.21, 15 Uhr, Treffunkt: Alter Bahnhof, Brücke am Kalenwall, Führung: Regina Blume

Martha Fuchs im Sommer 1945

Alles für die Kunst?

Lange Zeit galt der Beruf Schauspieler als anrüchig. Besonders Frauen hatten gegen Restriktionen und eine herrschende Doppelmoral anzukämpfen. Schriftstellerinnen ging es wenig besser. Während der Führung stellen wir die Schicksale von Frauen wie Friederike Caroline Neuber, die im 18. Jh. das deutsche Theater revolutionierte oder der Schauspielerin Ingeborg Riehl vor. Und wir verfolgen das Leben von Schriftstellerinnen wie Ina Seidel oder Caroline Auguste Fischer, die ein zum Teil umstrittenes Werk hinterließ.

Samstag, 25.9.21, 15 Uhr, Treffunkt: Brunnen vor dem Staatstheater, Führung: Sabine Ahrens, Lena Kreie

Friederike Caroline Neuber

„Gekommen, um zu bleiben? Jüdische Migranten aus Osteuropa…“ nun in Helmstedt

Im Seitenschiff von Helmstedts zentraler Pfarrkirche „St. Stephanie“ blicken uns seit dem 5. September die lebensgroßen Abbildungen von Janku Moise, Adolf Ball, Rosa und Jakob Berger an. Unsere Ausstellung über die jüdischen Migrantinnen und Migranten seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat ihre dritte Station erreicht. In der Kirche (Großer Kirchhof 6) ist sie täglich von 10.00 – 18.00 Uhr zu sehen.

Sie kamen aus Osteuropa in die Region Braunschweig. Hinter ihnen lagen Erfahrungen von Armut, Krieg und staatlicher Neuordnung – von unsicheren Zeiten im Umbruch. Es waren jüdische Einwanderinnen und Einwanderer aus Osteuropa, die in der Zeit um den Ersten Weltkrieg nach einer neuen Heimat suchten. Bald stellten sie in den Städten einen großen Teil der jüdischen Bevölkerung. In der Region Braunschweig angekommen, wurden sie immer wieder angefeindet. Ihr rechtlicher Status war ungesichert. Viele von ihnen waren staatenlos. Die Mehrzahl konnte trotz der Umstände ihren Lebensunterhalt bestreiten und bemühte sich um die Schulbildung der Kinder. In den Tageszeitungen wurden kontroverse Debatten über die Migranten geführt. Im Verhalten der Behörden, aber auch in der Gesellschaft insgesamt stießen sie auf antisemitische Vorbehalte. Dennoch entschloss sich nur ein Teil der neuen Einwohner, nach Übersee weiterzuwandern.

Die Ausstellung blickt nun auch auf die historische Situation in Helmstedt. Susanne Weihmann hat den Lebensweg von David Wegmann nachgezeichnet. Wegmann stammte aus Polen. 1915 wurde er als Zivilgefangener in die Region gebracht, später lebte er als Papierhändler in Helmstedt. 1938 wurde er im Zuge der so genannten „Polenaktion“ abgeschoben.

Führungen durch die Ausstellung können verabreden werden unter: r.denz@ij-n.de

Öffentliche Führungen sind am Sonntag, den 19. September um 12.00 Uhr, am 1. Oktober um 16.00 Uhr, am 10. Oktober, an dem die Ausstellung endet, um 15.00 Uhr.

Die Ausstellung wird im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Zusammenarbeit mit den Israel Jacobson-Netzwerk gezeigt. Dank gilt insbesondere der St. Stephani-Kirchengemeinde für die gastfreundliche Aufnahme.