Hochschulhistorische Spuren – entlang der Pockelsstraße

Der Rundgang mit Kurzvortrag und Ausstellungsführung widmet sich Spuren der Braunschweiger Hochschulgeschichte auf dem Weg zwischen TU-Altgebäude und Haus der Wissenschaft. Selten gezeigte Fotos und Filmausschnitte machen Teile der Vergangenheit dieses Ortes anschaulich. Beleuchtet wird besonders die Geschichte des Gebäudes und Grundstücks des Hauses der Wissenschaft – vielen noch als Kant-Hochschule oder kurz „PH“ bekannt. Den Abschluss bildet eine Führung durch die 2016 eröffnete Dauerausstellung „Vom Kleinen Exer zum Haus der Wissenschaft“ über die Geschichte des Gebäudes, in dem sich bis 1978 die Pädagogische Hochschule und ursprünglich die nationalsozialistische Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung befand.

Samstag
1.7.17
15 Uhr
Treffpunkt: Treppe vor dem TU-Altgebäude, Pockelsstr. 4
Führung: AG Hochschulgeschichte

 

  

Die Pockelsstraße um 1900
Foto: Stadtarchiv Braunschweig


Das derzeitige Umsichgreifen rechter Deutungsmuster und die wachsende Präsenz rechtsradikaler Positionen in der Öffentlichkeit gibt uns Anlass, sich für vergleichbare Entwicklungen in der Geschichte unserer Region zu interessieren. Hierbei stellen wir die Fragen, wie sich rechte Gruppierungen entwickelten, welche Ideenwelt sie verbreiteten und welchen Resonanzboden sie in der Gesellschaft fanden. Die jeweiligen Voraussetzungen für ihren Erfolg sind ein weiteres Thema beim Blick auf die Beispiele aus dem 20. Jahrhundert, zu dem wir Sie einladen möchten. Die Veranstaltungen finden jeweils in der Gedenkstätte KZ-Aussenlager Braunschweig Schillstraße statt.

Donnerstag, 22.6.2017, 19.00 Uhr

Stefanie Waske
Das Oktoberfest-Attentat und der Rechtsterrorismus der 1980er Jahre

Mit dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980 rückte ein junger Student in den Blick der Öffentlichkeit: Gundolf Köhler aus Donaueschingen, der bereits als Teenager an Übungen der Wehrsportgruppe von Karl-Heinz Hoffmann teilgenommen hatte. 13 Menschen tötete die Bombe auf der Wiesn, mehr als 200 wurden verletzt. Doch was hatte Köhler und seine rechten Kameraden einst motiviert, sich für paramilitärisches Training zu begeistern? Oder in ihrer Freizeit Sprengkörper zu bauen? Dies beleuchtet die Politologin und Journalistin Dr. Stefanie Waske, die für die Wochenzeitung DIE ZEIT zum Oktoberfestattentat recherchierte. Sie wird auch einen Blick auf regionale Gruppen und deren Vorfeldorganisationen werfen.
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Donnerstag, 18.5.2017, 19.00 Uhr

Alexander Kraus
„Konjunkturritter“ und „Postenjäger“. Tagebuchreflexionen eines Kochs zum politischen Klima in Wolfsburg und Umgebung zur Zeit der DRP-Wahl 1948.

Mit dem Ausgang der Kommunalwahl vom 28. November 1948 schrieb Wolfsburg ein schmähliches Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, denn erstmals konnte eine „Partei des organisierten Rechtsradikalismus“ ein kommunalpolitisches Ausrufezeichen setzen. Wolfsburg wurde zum unrühmlichen Sonderfall, zur „Stadt der Nazis“ – auch in der überregionalen Wahrnehmung. Dr. Alexander Kraus vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (Wolfsburg) fragt in seinem Vortrag nach den Gründen für den beispiellosen Erfolg der Deutschen Rechtspartei (DRP), die damals mehr als 64 Prozent der Wählerstimmen gewinnen konnte. Dafür werden erstmals die Tagebücher des 1924 in Stettin geborenen Günter R. einbezogen.
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Donnerstag, 20.4.2017, 19.00 Uhr

Markus Gröchtemeier
1922 – Hitlers erste Helfer in Norddeutschland.
Der Aufstieg der NSDAP in Wolfenbüttel

Die Wiege der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Norddeutschland liegt in der Stadt Wolfenbüttel. Im November 1922 gründeten die alteingesessenen Wolfenbütteler Heinrich Bode, Gustav Milzer, Hugo Schumacher, Wilhelm Gebhardt jun., Friedrich Köhlert und Reinhold Schild die erste NSDAP-Ortsgruppe außerhalb Süddeutschlands. Nicht zuletzt mit Hilfe der NS-Zeitung „Horchposten“, später „Niedersächsischer Beobachter“, eroberte die Hitlerbewegung in den Folgejahren die Orte des Kreises. Der Braunschweiger Historiker Markus Gröchtemeier, der für die Stadt Wolfenbüttel eine Publikation zur NS- und Nachkriegszeit erarbeitete, referiert über den Aufstieg der Nationalsozialisten in der Lessingstadt.


Neues Leben im früheren Bahnhofsviertel

Mit der Schließung des Bahnhofs verlor das Friedrich-Wilhelm-Viertel seinen Glanz. Doch bald zog mit den Migranten neues Leben ein. Gebetsräume, exotische Nahrungsmittel und Spezialitätenrestaurants zeichnen ein buntes Bild. Heute gilt das Viertel als angesagter Szenetreff. Der Rundgang zeigt die Entwicklung der letzten 60 Jahre auf.

Samstag
10.6.17
15 Uhr
Treffpunkt: Friedrich-Wilhelm-Platz
Führung: Dezhen Li

Alter Bahnhof


Frauengeschichten – Führung zum Muttertag

Ob sie sich politisch, sozial oder künstlerisch engagierten – durch die Jahrhunderte hindurch hatten Frauen einen wichtigen Anteil an der Geschichte unserer Stadt. Sie nahmen im Krieg die Plätze der Männer ein und bauten das zerstörte Braunschweig wieder auf, widersetzten sich den Nationalsozialisten und riskierten ihr Leben bei der Pflege Kranker. Der Spaziergang führt durch das Magniviertel und endet bei der Kapelle des ehemaligen Seuchenhospitals St. Leonhard.

Samstag
13.5.17 15 Uhr
Treffpunkt: Schlossplatz, Stadtbibliothek
Führung: Frauengruppe des Arbeitskreises Andere Geschichte


Kapelle St. Leonhard


In Zusammenarbeit mit der Akademie Regionale Gewerkschaftsgeschichte für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt laden wir zu zwei Veranstaltungen in die Gedenkstätte Schillstraße ein, die die Situation am Ende des Zweiten Weltkriegs zum Thema haben:

Samstag, 6.5.2017, 15.00 Uhr
Zeitzeugen erinnern sich an das Jahr 1945 in Braunschweig

Nach grauenhaften Nächten mit vielen todbringenden Bombenangriffen und dem Einmarsch der amerikanischen Truppen war am 12. April 1945 völlige Ruhe in der Stadt – für Braunschweig war der Krieg zu Ende. Drei Braunschweiger Zeitzeugen berichten, wie sie die ersten „stillen Tage“ in Braunschweig erlebt haben, wie die persönlichen und familiären Situationen waren.

Donnerstag, 1.6.2017, 19.00 Uhr
Die Braunschweiger Industrie produzierte schon im Mai 1945 wieder
Ein Bericht von Gundolf Algermissen

Die Menschen in der Firma Voigtländer hatten Glück im Unglück. In der gesamten Zeit der Bombenangriffe auf die Stadt trafen nur „fünf Wirkungstreffer“ verschiedene Gebäude auf dem Werksgelände. Nur wenige Tage nach dem 12. April 1945 wur¬de in den Hallen schon wieder produziert.