Die Verfolgung der Sinti und Roma

Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in Deutschland – als Außenseiter abgestempelt. Der Rundgang beleuchtet ihre Geschichte in Braunschweig mit Schwerpunkt auf dem Dritten Reich. Wir besuchen u. a. die Erinnerungsstätte für verfolgte und ermordete Sinti und Roma im Rathaus. Die Führung endet am Alten Bahnhof, von wo aus die Opfer des Genozids in Richtung Auschwitz abtransportiert wurden.

Freitag, 2.9.16
15 Uhr
Treffpunkt: Schlossarkaden, Treppe Stadtbibliothek
Führung: Sabine Ahrens, Zahra Ranji

Erinnerungsstätte im Rathaus

Erinnerungsstätte im Rathaus


Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter

Nachdem im Oktober 1941 in Berlin die Deportationen in die Vernichtungslager begonnen hatten, flüchteten mehr als 5000 jüdische Menschen in den Untergrund. Sie waren dabei auf die Hilfe von Freunden und Bekannten – in vielen Fällen auch von gänzlich Unbekannten – angewiesen, um ein Versteck zu finden und das Überleben zu organisieren.

Die Fotografinnen Sibylle Baier und Daniela Friebel haben damalige Fluchtorte in Berlin und Umgebung aufgesucht und ihr heutiges Aussehen dokumentiert. In kurzen Texten informiert die Ausstellung über die Schicksale, die sich hier zugetragen haben. Unscheinbare Räume und Gebäude erhalten durch Erinnerungen an Lebenswillen und Verzweiflung, Hilfsbereitschaft und Verrat eine neue Bedeutung.

Eine Ausstellung des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V. und des Museums Blindenwerkstatt Otto Weidt, Berlin.

Gedenkstätte Schillstraße, 18. August bis 22. September 2016.
Di., Mi. und Sa. 14 – 17 Uhr, Do. 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung

Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, dem 18.8.2016, um 18.00 Uhr

Es sprechen
Renate Wagner-Redding (Jüdische Gemeinde),
Martina Voigt (freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stille Helden, Berlin),
Daniela Friebel (Fotografin).

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Lebensstationen Ricarda Huchs mit Originaltexten

Im frauenORT Braunschweig noch einmal Ricarda Huch begegnen. Der Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. bietet in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig einen Literarischen Spaziergang an. Dabei werden auf den Spuren Ricarda Huchs in Braunschweig Orte ihrer Kindheit besucht, ihrer Freundin Anna Klie begegnet, weitere verschiedene Lebensstationen besucht. Gewürdigt werden auch Ricarda Huchs zahlreichen Ehrungen, ihr Aufbruch zum Studium in der Schweiz und ihre bemerkenswerte Rebellion gegen den Nationalsozialismus.
Der ca. 1,5 Stunden dauernde Spaziergang wird von der Braunschweiger Schauspielerin Kathrin Reinhardt begleitet, die an exponierten Plätzen Originaltexte von Ricarda Huch vorträgt.

Ricarda Huch

Ricarda Huch

Samstag, 17.9.16, 15 Uhr
Treffpunkt: Hohetorwall 11

Führung: Sabina Ahrens, Elisabeth Flachowsky, Lena Kreie
Kostenbeitrag: 5 €

Anmeldung über das Gleichstellungsreferat unter Telefon 0531/470-3510 oder per Mail unter marina.meiser@braunschweig.de


Zu den ständigen Angeboten in der Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße gehören öffentliche Vortragsveranstaltungen, in denen neue Forschungsergebnisse zur Regionalgeschichte Braunschweigs im Nationalsozialismus vorgestellt werden. Um den Nachfragen nach noch nicht publizierten Beiträgen nachzukommen, hat der Arbeitskreis nun eine Neuveröffentlichung herausgegeben, die unter dem Titel „Täter, Opfer, Nutznießer. Beiträge zur Geschichte Braunschweigs im Nationalsozialismus“ mehrerer Aufsätze zusammen führt.

In dem 224-seitigen Band lesen Sie Neues über den Lebensweg des späteren Ministerpräsidenten Dietrich Klagges, der 1931 nach Braunschweig kam, in Schleswig-Holstein aber schon als eifriger Produzent historischer und religiöser Schriften Aufmerksamkeit in völkischen und nationalsozialistischen Kreisen gefunden hatte. Malte Klein untersucht, welche Bedeutung dieses Vorleben für die Politik des hiesigen NS-Potentaten hatte.
Mit Norbert Regensburger stellt Jonathan Voges einen der profiliertesten Vertreter der Braunschweiger Juden in der Weimarer Republik vor. Regensburger war nicht nur Gemeinderepräsentant, er war auch Landtagsabgeordneter der liberalen DDP und überregional aktiver Vertreter des Centralverbands der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens.
An aktuelle Migrationsdiskurse erinnert ein Beitrag von Frank Ehrhardt über jüdische Migranten aus Osteuropa und ihre Situation in den 1920er und 1930er Jahren. Gegen diese oft im Ersten Weltkrieg Eingewanderten richtete sich ein massiver Antisemitismus und sie waren von ersten Verfolgungsmaßnahmen der Nazis besonders betroffen.
Mehrere ausführliche Fallbeispiele, die Frank Ehrhardt, Hans-Ulrich Ludewig und Michael Wettern verfasst haben, befassen sich mit der Ausplünderung jüdischer Kaufleute im Rahmen der „Arisierung“. Gefragt wird nach Akteuren und Nutznießern dieses Prozesses in Braunschweig.
Michael Wettern rundet den Band mit einer chronologischen Übersicht ab, die es erlaubt, die lokalen Ereignisse in den Gesamtzusammenhang nationalsozialistischer Verfolgung einzuordnen.

Das im Appelhans-Verlag erschienene Buch ist im Buchhandel für 12,80 € erhältlich.
Frank Ehrhardt (Hg. i.A. des Arbeitskreis Andere Geschichte e.V.), Täter, Opfer, Nutznießer. Beiträge zur Geschichte Braunschweigs im Nationalsozialismus, Band 2., Braunschweig 2016.