Lager-SS, betriebliche Vorgesetzte und Häftlinge –
Die Organisationsstruktur im KZ Drütte.

Vortrag von Dr. Teri Arias

Mittwoch, 24. April 2019, 19.00 Uhr
Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße, Schillstraße 25

Im Rahmen der „Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes“ zur „Wehrhaftmachung“ Deutschlands wurden 1937 die Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ im heutigen Salzgitter gegründet. 1942 errichtete die SS das KZ Drütte auf dem Gelände der Reichswerke zur Rüstungsproduktion.

Wie alle anderen KZ verwaltete die SS auch dieses Lager. Sie wirkte dabei mit Zivilisten, die in verschiedenen Abteilungen der Reichswerke angestellt waren, zusammen. Ein Einblick in diese besondere Organisationsstruktur – vom Lagerkommandanten, General­direktor, Ingenieuren bis zu den Funktionshäftlingen – wird in dem Vortrag von Dr. Teri Arias anhand der Geschichte des Lagers und ausgewählter Biografen präsentiert.

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Inszenierung „Die Passagierin“ im Staatstheater Braunschweig.


Das Programm für 2019 ist erschienen! Sie finden es unter „Spaziergänge“.



Opfer der NS-Diktatur

Freitag, 12.4.19, 17 Uhr

Treffpunkt: Fritz-Bauer-Platz
Führung: Elke Almut Dieter

Anlässlich des Jahrestages zur Befreiung Braunschweigs am 12. April 1945 organisiert das Friedenszentrum Braunschweig e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Andere Geschichte auch in diesem Jahr einen Rundgang zu Gedenkpunkten der NS- Geschichte in unserer Stadt.

Die etwa 1 1⁄2-stündige Führung führt durch die Innenstadt u. a. zum Landgericht, dem Ort der Sondergerichte, über das Rathaus mit seiner Sinti-Gedenkstätte, den Schlossplatz, dem Ort der Bücherverbrennung, und endet im Magniviertel mit Ackerhof und Volksfreundhaus.

Wir würdigen dabei auch die Menschen, die uns unterwegs auf Stolpersteinen begegnen.

Justitia, Staatsanwaltschaft, Fritz-Bauer-Platz

Die Reichserntedankfeste im „Dritten Reich“. Geschichte(n) einer national-sozialistischen Masseninszenierung. Vortrag von Dr. Anette Blaschke

Der „Nationale Erntedanktag“ gehörte seit Frühjahr 1933 als staatlicher Feiertag zum Festkalender des „Dritten Reiches“. Bis 1937 fand jährlich im Herbst im heutigen Landkreis Hameln-Pyrmont eine Großveranstaltung statt, die die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung mit einem Staatsakt in die „völkische Gemeinschaft“ integrieren sollte.

Auf Basis vielfältiger historischer Überlieferungen erzählt der Vortrag die Geschichte(n) der Reichserntedankfeste aus unterschiedlichen Perspektiven: Erstens lassen sich diese Massenereignisse in ihren organisatorischen Dimensionen begreifen. Zweitens fügt sich ihre Inszenierung über zentrale Motive der Propaganda wie „Blut und Boden“ und „Volksgemeinschaft“ in die Dynamik der NS-Diktatur und ihrer ideologischen Fragmente ein. Drittens spiegeln individuelle Wahrnehmungen und lokale Praktiken ganz unterschiedliche Formen der Teilhabe an den Reichserntedankfesten sowie der eigensinnigen Aneignung von Symbolen und Erfahrungen wider.

Do. 4. April 2019 um 19.00 Uhr


Gedenkorte zur NS-Geschichte

Zeitgenössische Gebäude und Mahnmale in der Braunschweiger Innenstadt geben Anlass, an Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern. Schauplätze der frühen Machtbeteiligung, von Gewaltmaßnah- men gegen politische Gegner, von Justizmissbrauch, von Verfolgung und Widerstand werden in dieser Führung erläutert. Die Führung endet am Haus der Jüdischen Gemeinde. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Premiere der Oper „Die Passagierin“ im Braunschweigischen Staatstheater.

Sonntag, 7.4.2019, 11.00 Uhr

Treffpunkt: Burgplatz, Burglöwe

Führung: Frank Ehrhardt

Um eine Anmeldung unter Tel.: 0531 2 70 25 65 wird gebeten.