Die SPD nach 1945: Der verdrängte Widerstand

Aus den Trümmern des „Dritten Reiches“ eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen, war das erklärte Ziel der SPD nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dafür jedoch waren ihre vielfach aus Haft und Emigration zurückgekehrten Funktionäre auf die Unterstützung von Millionen ehemaliger „Volksgenossen“ angewiesen. Dr. Kristina Meyer, Friedrich Schiller – Universität Jena, zeichnet in ihrem Buch „Die SPD und die NS-Vergangenheit 1945-1990“ den Umgang der deutschen Sozialdemokratie mit der NS-Diktatur von der Wiedergründung der Partei bis 1990 nach. Der vergangenheitspolitische Weg der SPD in der alten Bundesrepublik erweist sich dabei als eine permanente Gratwanderung zwischen dem Streben nach gerechter Aufarbeitung der NS-Geschichte einerseits und den Bedürfnissen nach „innerer Versöhnung“ andererseits. Mit einem „Gestus der Bescheidenheit“ und einer raschen Annäherung an ein Narrativ, das den gescheiterten Aufstand des 20. Juli in den Mittelpunkt rückte, so Kristina Meyers These, trug die SPD selbst dazu bei, dass das Gedenken an die eigenen Widerstandskämpfer für viele Jahre verdrängt wurde.

Donnerstag, 24.5.2018, 19.00 Uhr


Eine Spende von über 3900 € aus der Belegschaftsspende des Volkswagenwerks Braunschweig wurden dem Arbeitskreis von Herbert Kalisch (Personal) und Fehmi Ham (Betriebsrat) überbracht. Die Spende wird für die Fertigstellung der Ausstellung „Jüdische Migranten aus Osteuropa“ eingesetzt, die im November 2018 in der Gedenkstätte Schillstraße gezeigt wird. Die Ausstellung befasst sich mit der Ankunft jüdischer Auswanderer aus dem damals noch russischen Polen und aus Galizien in der Zeit um dem Ersten Weltkrieg. Sie schildert die Gründe für die Migration aus den Herkunftsländern und interessiert sich für die Aufnahme in Braunschweig in den Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs am Kriegsende und in der Revolutionszeit. Isolde Saalmann und Frank Ehrhardt dankten für die erneute Unterstützung aus dem Volkswagenwerk. Fehmi Ham hob hervor, dass es gut ist, dass die Migranten der angesprochenen Epoche wieder ein Gesicht bekommen. Herbert Kalisch hob den aktiven Umgang mit der Geschichte in der Arbeit der Gedenkstätte hervor


Hochschulhistrorische Spuren entlang der Pockelsstraße

Der Rundgang mit Kurzvortrag und Ausstellungsführung widmet sich Spuren der Braunschweiger Hochschulgeschichte auf dem Weg zwischen TU-Altgebäude und Haus der Wissenschaft. Selten gezeigte Fotos und Filmausschnitte machen Teile der Vergangenheit dieses Ortes anschaulich. Beleuchtet wird besonders die Geschichte des Gebäudes und Grundstücks des Hauses der Wissenschaft – vielen noch als Kant-Hochschule oder kurz „PH“ bekannt. Den Abschluss bildet eine Führung durch die 2016 eröffnete Dauerausstellung „Vom Kleinen Exer zum Haus der Wissenschaft“ über die Geschichte des Gebäudes, in dem sich bis 1978 die Pädagogische Hochschule und ursprünglich die nationalsozialistische Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung befanden.

Samstag
5.5.18
15 Uhr
Treffpunkt: Treppe vor dem TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4
Führung: AG Hochschulgeschichte


Die Pockelsstraße im Jahr 1913, rechts die Technische Hochschule


Gedenkorte zur NS-Geschichte

Anlässlich des Jahrestages zur Befreiung Braunschweigs am 12. April 1945 organisiert das Friedenszentrum Braunschweig e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Andere Geschichte auch in diesem Jahr einen Rundgang zu Gedenkpunkten zur NS-Geschichte in unserer Stadt. Treffpunkt für die etwa 1 1⁄2-stündige Führung ist die Ostseite des Domes an der Skulptur „Die Trauernde“. Der Rundgang führt durch die Innenstadt u.a. an den Ort der Sondergerichte, der Kapitulationsunterzeichnung, der Bücherverbrennung und endet in der Mauernstraße.

Sonntag
8.4.18
15 Uhr
Treffpunkt: Ostseite des Domes
Führung: Silke Böhme


Die Trauernde
Foto: Alexandra Funke


Das Programm für 2018 ist erschienen! Sie finden es unter „Spaziergänge“.