Dem Leben hinterher – Fluchtorte jüdischer Verfolgter

Nachdem im Oktober 1941 in Berlin die Deportationen in die Vernichtungslager begonnen hatten, flüchteten mehr als 5000 jüdische Menschen in den Untergrund. Sie waren dabei auf die Hilfe von Freunden und Bekannten – in vielen Fällen auch von gänzlich Unbekannten – angewiesen, um ein Versteck zu finden und das Überleben zu organisieren.

Die Fotografinnen Sibylle Baier und Daniela Friebel haben damalige Fluchtorte in Berlin und Umgebung aufgesucht und ihr heutiges Aussehen dokumentiert. In kurzen Texten informiert die Ausstellung über die Schicksale, die sich hier zugetragen haben. Unscheinbare Räume und Gebäude erhalten durch Erinnerungen an Lebenswillen und Verzweiflung, Hilfsbereit-schaft und Verrat eine neue Bedeutung.

Eine Ausstellung des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V. und des Museums Blindenwerk-statt Otto Weidt, Berlin.

Gedenkstätte Schillstraße, 18. August bis 22. September 2016.
Di., Mi. und Sa. 14 – 17 Uhr, Do. 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung

Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, dem 18.8.2016, um 18.00 Uhr

Es sprechen
Renate Wagner-Redding (Jüdische Gemeinde),
Martina Voigt (freie Mitarbeiterin der Gedenkstätte Stille Helden, Berlin),
Daniela Friebel (Fotografin).

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Vor dem Hohen Tor – Stadtteilgeschichte am Madamenweg

Mit der Industrialisierung entstand die Außenstadt als Quartier zum Arbeiten und Wohnen. Links und rechts des Madamenwegs begeben wir uns auf eine Zeitreise. Unterschiedliches gerät in den Blick: Katholisches Gemeindeleben, die Herberge zur Heimat, ein Straßenbahndepot, die Stallungen von Louis Fricke, verschwundene Fabriken und Wohnhäuser unterschiedlicher Bauphasen.

Samstag, 20.8.16, 15 Uhr
Treffpunkt: Früheres Polizeirevier, Madamenweg 174
Führung: Frank Ehrhardt

Kreuzstraße

Kreuzstraße


Das neue Programm ist da! Sie finden es auf der Seite „Spaziergänge“.


1 Umschlag vorn

Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts – Band 3

Mit dem dritten Band der Reihe „Braunschweiger Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts“ schließt die Projektgruppe des Arbeitskreis Andere Geschichte die Reihe ab. Noch einmal werden berühmte Persönlichkeiten aus Stadt und Land Braunschweig in Kurzbiografien vorgestellt. Mitarbeiter der Gruppe unter der Leitung von Reinhard Bein waren: Herbert Blume, Regina Blume, Brigitte Cherubim, Heinz Günther Halbeisen, Gudrun Hirschmann, Gilbert Holzgang, Dietrich Kuessner, Hans-Ulrich Ludewig, Dieter Miosge, Almuth Rohloff, Isabel Rohloff, Hans Schaper, Manfred Urnau, Susanne Weihmann.

Der 3. Band umfasst 320 Seiten
Erschienen beim Verlag DöringDruck Braunschweig
ISBN 9 783925 288533
Preis: 14,95 € und ist im Buchhandel erhältlich


Vergessene Friedhöfe in Braunschweig

Seit dem 18. Jahrhundert umgibt die Braunschweiger Innenstadt ein Kranz von Friedhöfen. Jede Kirchengemeinde richtete ihren eigenen Friedhof ein und begrub ihre Toten in der Natur vor den Toren der Stadt. Im Mittelalter wäre dies noch undenkbar gewesen, denn nur Straftäter oder unbekannte Tote wurden namenlos außerhalb der Mauern beerdigt. Alle anderen Christen wurden nah an den Reliquien bestattet und reiche Patrizier konnten sich sogar einen Platz am Altar kaufen.
Im 18. Jahrhundert wurden die Toten im Zuge der Aufklärung aus der Stadt verbannt – aus Gründen der Hygiene und aus Platznot. Christliche Symbole wie das Kreuz sind auf den Grabsteinen dieser Zeit selten zu finden. Stattdessen treten Totenkranz, verlöschende Fackeln oder Schmetterlinge in den Vordergrund: Zeichen des Todes und der Auferstehung, wie Lessing sie vorgeschlagen hatte.
Mit der Einweihung des Zentralfriedhofes 1887 gerieten die alten Friedhöfe langsam in Vergessenheit. „Die Natur schien zu überwuchern, das Dickicht von Waldreben, Efeu und Heckenrosen, die Verstorbenen ein zweites Mal zu begraben“ (S. Schaper). Heute strahlen die Friedhöfe dank Sanierung in den letzten Jahren wieder in neuem altem Glanz.
Besucht werden der ehemalige Friedhof der Reformierten Gemeinde an der Juliusstraße, der Petrifriedhof und der ehemalige Friedhof der St.-Martini-Gemeinde, beide an der Goslarschen Straße. Außerdem der Friedhof des Kreuzklosters in der Freisestraße.

Samstag, 2.7.16, 15 Uhr
Treffpunkt: Eingang Reformierter Friedhof, Juliusstraße 43
Führung: Andreas Schwarz

Reformierter Friedhof

Reformierter Friedhof


Am 31.Mai wurde auf dem Gelände der Gedenkstätte KZ-Außenlager ein Graffiti gesprüht – und zwar gegen das Vergessen und für das Gedenken an das KZ-Außenlager. In Reaktion auf die Schmierereien an der Gedenkstätte am 11. Mai 2016 setzten Jugendliche der Heinrich-Büssing-Schule heute ein Zeichen. Unter dem Motto „Gedenken prägt Zukunft – eine Stadt erinnert sich!“ gestalteten sie ein Graffiti auf einer temporär installierten Wand entlang der Gedenkmauer. Das Motto entwickelten die Jugendlichen gemeinsam. Unterstützt wurden sie von der pädagogischen Mitarbeiterin der Gedenkstätte und einem Mitarbeiter des Vereins The Bridge e.V – Verein zur Förderung der Hip Hop Kultur. Durch die professionelle Unterstützung und unter tatkräftigem Sprayen der Jugendlichen, gelang ein eindrucksvolles und aussagekräftiges Graffiti. Die Aktion wurde von den Jugendlichen dokumentiert und wird mit einer eigenen Archivbox im „Offenen Archiv“, das zu den regulären Öffnungszeiten der Gedenkstätte zugänglich ist, bedacht. Das Graffiti wird in den nächsten Wochen im Gebäude der Gedenkstätte anzusehen sein.
Die Jugendlichen haben einen besonderen Bezug zur Gedenkstätte – vor einigen Wochen trafen sie Natan Grossmann, einen Überlebenden des Lagers, zum Gespräch. Seinen Aufruf, die Verantwortung für die Erinnerung an die NS-Verbrechen zu übernehmen, nahmen die Jugendlichen ernst. Für das Engagement danken wir allen Beteiligten: den Schülerinnen und Schülern der Heinrich-Büssing-Schule, Edgar Austen (Schulpfarrer und Mediator) und The Bridge e.V.!

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