Der Friedenspfad – Stationen einer bitteren Geschichte

Viele Gräber und Mahnmale in den Friedhofsanlagen an der Helmstedter Straße erinnern an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Gräber deutscher Soldaten, Kriegsgefangener, ZwangsarbeiterInnen, ziviler Bombenopfer, politischer GegnerInnen und Euthanasieopfer der NS-Dikta- tur liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt.

Die Führung folgt dem Friedenspfad, der auf den Friedhöfen an der Helmstedt Straße zu den verschiedenen Gedenkstätten und -orten führt.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Friedenskapelle Braunschweig e.V.

Samstag, 11.5.19, 15 Uhr

Treffpunkt: Friedenskapelle, Helmstedter Straße 54a, gegenüber von Opel-Dürkop
Führung: Andreas Schwarz

Gedenkstein auf dem Hauptfriedhof

Lager-SS, betriebliche Vorgesetzte und Häftlinge –
Die Organisationsstruktur im KZ Drütte.

Vortrag von Dr. Teri Arias

Mittwoch, 24. April 2019, 19.00 Uhr
Gedenkstätte KZ-Außenlager Schillstraße, Schillstraße 25

Im Rahmen der „Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes“ zur „Wehrhaftmachung“ Deutschlands wurden 1937 die Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ im heutigen Salzgitter gegründet. 1942 errichtete die SS das KZ Drütte auf dem Gelände der Reichswerke zur Rüstungsproduktion.

Wie alle anderen KZ verwaltete die SS auch dieses Lager. Sie wirkte dabei mit Zivilisten, die in verschiedenen Abteilungen der Reichswerke angestellt waren, zusammen. Ein Einblick in diese besondere Organisationsstruktur – vom Lagerkommandanten, General­direktor, Ingenieuren bis zu den Funktionshäftlingen – wird in dem Vortrag von Dr. Teri Arias anhand der Geschichte des Lagers und ausgewählter Biografen präsentiert.

Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Inszenierung „Die Passagierin“ im Staatstheater Braunschweig.


Opfer der NS-Diktatur

Freitag, 12.4.19, 17 Uhr

Treffpunkt: Fritz-Bauer-Platz
Führung: Elke Almut Dieter

Anlässlich des Jahrestages zur Befreiung Braunschweigs am 12. April 1945 organisiert das Friedenszentrum Braunschweig e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Andere Geschichte auch in diesem Jahr einen Rundgang zu Gedenkpunkten der NS- Geschichte in unserer Stadt.

Die etwa 1 1⁄2-stündige Führung führt durch die Innenstadt u. a. zum Landgericht, dem Ort der Sondergerichte, über das Rathaus mit seiner Sinti-Gedenkstätte, den Schlossplatz, dem Ort der Bücherverbrennung, und endet im Magniviertel mit Ackerhof und Volksfreundhaus.

Wir würdigen dabei auch die Menschen, die uns unterwegs auf Stolpersteinen begegnen.

Justitia, Staatsanwaltschaft, Fritz-Bauer-Platz

Die Reichserntedankfeste im „Dritten Reich“. Geschichte(n) einer national-sozialistischen Masseninszenierung. Vortrag von Dr. Anette Blaschke

Der „Nationale Erntedanktag“ gehörte seit Frühjahr 1933 als staatlicher Feiertag zum Festkalender des „Dritten Reiches“. Bis 1937 fand jährlich im Herbst im heutigen Landkreis Hameln-Pyrmont eine Großveranstaltung statt, die die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung mit einem Staatsakt in die „völkische Gemeinschaft“ integrieren sollte.

Auf Basis vielfältiger historischer Überlieferungen erzählt der Vortrag die Geschichte(n) der Reichserntedankfeste aus unterschiedlichen Perspektiven: Erstens lassen sich diese Massenereignisse in ihren organisatorischen Dimensionen begreifen. Zweitens fügt sich ihre Inszenierung über zentrale Motive der Propaganda wie „Blut und Boden“ und „Volksgemeinschaft“ in die Dynamik der NS-Diktatur und ihrer ideologischen Fragmente ein. Drittens spiegeln individuelle Wahrnehmungen und lokale Praktiken ganz unterschiedliche Formen der Teilhabe an den Reichserntedankfesten sowie der eigensinnigen Aneignung von Symbolen und Erfahrungen wider.

Do. 4. April 2019 um 19.00 Uhr