Das Programm für 2018 ist erschienen! Sie finden es unter „Spaziergänge“.

 


Die SPD nach 1945: Der verdrängte Widerstand

Aus den Trümmern des „Dritten Reiches“ eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen, war das erklärte Ziel der SPD nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dafür jedoch waren ihre vielfach aus Haft und Emigration zurückgekehrten Funktionäre auf die Unterstützung von Millionen ehemaliger „Volksgenossen“ angewiesen. Dr. Kristina Meyer, Friedrich Schiller – Universität Jena, zeichnet in ihrem Buch „Die SPD und die NS-Vergangenheit 1945-1990“ den Umgang der deutschen Sozialdemokratie mit der NS-Diktatur von der Wiedergründung der Partei bis 1990 nach. Der vergangenheitspolitische Weg der SPD in der alten Bundesrepublik erweist sich dabei als eine permanente Gratwanderung zwischen dem Streben nach gerechter Aufarbeitung der NS-Geschichte einerseits und den Bedürfnissen nach „innerer Versöhnung“ andererseits. Mit einem „Gestus der Bescheidenheit“ und einer raschen Annäherung an ein Narrativ, das den gescheiterten Aufstand des 20. Juli in den Mittelpunkt rückte, so Kristina Meyers These, trug die SPD selbst dazu bei, dass das Gedenken an die eigenen Widerstandskämpfer für viele Jahre verdrängt wurde.

Donnerstag, 24.5.2018, 19.00 Uhr


„Banden- und Cliquenbildungen Hamburger Jugendlicher während
des Krieges (1940 bis 1943)“.
Aus­einandersetzung mit einer Dissertation aus dem Jahre 1944

Bis vor kurzem schlummerte die von Hans-Herbert Krüger 1944 verfasste Doktorarbeit in der rechtswissen­schaftlichen Bibliothek der TU Braunschweig. Sie enthält reichhaltiges Material für die Beschäftigung mit der Justiz- und Wissenschaftsgeschichte des Nationalsozialismus und vor allem zur Jugendopposition wäh­rend des Krieges.

Prof. Dr. Edmund Brandt, Leiter des Instituts für Rechtswissenschaften der TU Braunschweig, wird seine Forschungsergebnisse zu dem Themenfeld präsentieren und zur Diskussion stellen.

Donnerstag, 19.04.2018, 19.00 Uhr

 


„[…] trotz der langen Schutzhaft nicht zur Einsicht gekommen […]“ – Politisch Verfolgte im Strafgefängnis Wolfenbüttel 1933-1939

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 richtete sich reichsweit der Terror der neuen Machthaber zunächst vor allem gegen politische Oppositionelle, in erster Linie Kommu­nisten und Sozialdemokraten. Anfangs noch willkürlich durch Schutzhaft, später gestützt durch Verordnun­gen und verurteilt durch Gerichte, wurden Hunderte im Braunschweiger Land gefangengenommen.

Anett Dremel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Neugestaltungsprojekt der Gedenkstätte in der JVA Wol­fenbüttel, beleuchtet die Verfolgung politisch Andersdenkender am Beispiel des Strafgefängnisses Wolfen­büttel. Sie wird am Beispiel des Strafgefängnisses die Ausmaße politischer Verfolgung in der Phase der Machtübernahme und Konsolidierung der NS-Herrschaft darstellen. Mithilfe von biografischen Beispielen von Schutzhaft- und Justizgefangenen wird sie Haftbedingungen und Verfolgungswege rekonstruieren.

Donnerstag, 22.3.2018, 19.00 Uhr