Hochschulhistorische Spuren entlang der Pockelsstraße

Der Rundgang mit Kurzvortrag und Ausstellungsführung widmet sich Spuren der Braunschweiger Hochschulgeschichte auf dem Weg zwischen TU- Altgebäude und Haus der Wissenschaft. Selten gezeigte Fotos und Filmausschnitte machen Teile der Vergangenheit dieses Ortes anschaulich. Beleuchtet wird besonders die Geschichte des Gebäudes und Grundstücks des Hauses der Wissenschaft – vielen noch als Kant-Hochschule oder kurz „PH“ bekannt. Den Abschluss bildet eine Führung durch die 2016 eröffnete Dauerausstellung „Vom Kleinen Exer zum Haus der Wissenschaft“ über die Geschichte des Gebäudes, in dem sich bis 1978 die Pädagogische Hochschule und ursprünglich die nationalsozialistische Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung befanden.

Donnerstag, 5.9.19, 15.30 Uhr Treffpunkt: Treppe vor dem TU-Altgebäude, Pockelsstraße 4
Führung: AG Hochschulgeschichte

Die Pockelsstraße im Jahr 1913, rechts die Technische Hochschule

Am 18. August 1944 trafen in Braunschweig 126 Häftlinge aus dem Hamburger Konzentrationslager Neuengamme ein. Es waren Männer aus Frankreich, aus der Sowjetunion und wenige Deutsche. Sie sollten ein Lager an der damaligen Schillstraße aufbauen und den Arbeitseinsatz bei der Firma Büssing vorbereiten. Sie waren die ersten KZ-Häftlinge in der Braunschweiger Kriegswirtschaft. Bald folgten weitere Transporte.

Die Vorkommnisse vor 75 Jahren sind Anlass für mehrere Veranstaltungen. Der Auftakt findet am

Freitag, 16.8.2019, 16.30 Uhr, in der

Stadtbibliothek, Blauer Saal, Schlossplatz 1 statt.

Es spricht zur Begrüßung Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. Es folgen zwei Beiträge:

Arbeit und Gewalt – die Außenlager des KZ Neuengamme

Vortrag von Dr. Marc Buggeln

Die Arbeitskraft der KZ-Häftlinge bildete eine der letzten „verfügbaren Reserven“ für die deutsche Kriegswirtschaft. Etwa 40.000 Häftlinge waren Ende 1944 in den 85 Außenlagern des KZ Neuengamme eingesetzt. Dr. Marc Buggeln, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität Berlin, beschreibt die Unterschiede der Lager und der in ihnen herrschenden Lebensbedingungen und ordnet das Büssing-Lager so in das System der Arbeitskommandos ein.

„Bei Büssing, dem König von Braunschweig“

Vortrag von Janine Doerry

Der französische Arzt Georges Salan wurde 1944 als Mitglied des Widerstands in Südfrankreich festgenommen und in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Er kam als Lagerarzt nach Braunschweig. Salan war ein reflektierter und kritischer Zeitzeuge, der bereits 1946 seine Erinnerungen veröffentlichte. Janine Doerry, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in und bei Osnabrück, stellt das Buch im Kontext der französischen Erinnerungskultur vor.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Braunschweig statt.

Die weiteren Veranstaltungen finden Sie hier:


Die Rolle von Frauen in Medizin und Kunst

Auf diesem Spaziergang erfahren wir, wie Frauen sich am Beginn des 20. Jahrhunderts den Beruf der Ärztin eroberten und gegen welche Widerstände sie dabei kämpfen mussten. Im Gegensatz dazu galt die Krankenpflege schon lange als wesensgemäße Aufgabe für Frauen, vor allem, wenn sie ehrenamtlich oder gegen geringe Bezahlung erfolgte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde es in bürgerlichen Familien gleichsam zum Statussymbol, die Töchter im Klavierspiel ausbilden zu lassen. Schwierig wurde es für junge Pianistinnen erst dann, wenn sie aus diesem Hobby einen ernsthaften Beruf machen wollten.

Der Spaziergang führt über die Adolfstraße, die Gerstäckerstraße und die Leonhardskapelle zum Marienstift. Dauer: ca. 2 Stunden

Samstag, 24.8.19, 15 Uhr Treffpunkt: Wilhelm-Gymnasium, Leonhardstraße Führung: Sabine Ahrens, Lena Kreie

Kapelle St. Leonhard

Westbahnhof – Geschichte und Gegenwart

Mit der aufstrebenden Industrialisierung entstand die Braunschweiger Ringbahn als erster Streckenabschnitt der Braunschweigischen Landeseisenbahn (BLE) und wurde im Sommer 1886 am Nordbahnhof in Betrieb genommen. Der Westbahnhof ragt als bedeutender Güterbahnhof heraus, er verlor seine Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der endgültigen Stilllegung1986 verwilderte das Bahngelände. Erst mit dem Projekt „Ringgleis“ rückte der Westbahnhof wieder in das Blickfeld von Öffentlichkeit und Planern. Eine neue Zukunft begann.

Samstag, 27.7.19, 15 Uhr

Treffpunkt: Fußgängerbrücke (Höhe Blumenstraße)

Führung: Wolfgang Henschel, Wilhelm Meister

Braunschweiger Westbahnhof ca. 1930